Klaus-Dieter, 58 Jahre, Buchhalter aus Hannover, hatte nach seiner Prostataoperation ein Thema, über das er mit niemandem sprechen wollte — nicht mit seiner Frau, nicht mit Freunden, kaum mit seinem Hausarzt. Harnverlust nach dem Eingriff. Kleine Tropfen beim Aufstehen, ein unwillkürliches Tröpfeln beim Niesen. Was er nicht wusste: Gezieltes Beckenbodentraining hätte seine Situation in wenigen Wochen deutlich verbessern können — und er wäre damit bei weitem nicht allein. Laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft (DKG) leiden in Deutschland schätzungsweise sechs bis acht Millionen Menschen an Inkontinenz, davon mehr als 400.000 Männer jährlich nach einer Prostataoperation. Das Thema betrifft Männer weit häufiger, als die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt.

Beckenboden-Training für Männer: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung – Orykas Deutschland

Warum auch Männer ihren Beckenboden trainieren müssen

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt der Beckenboden als „Frauenthema". Diese Fehlannahme hat Folgen: Männer trainieren ihn kaum, sprechen nicht darüber — und erfahren erst beim Arztbesuch, dass sie jahrelang Möglichkeiten verpasst haben. Dabei ist die Beckenbodenmuskulatur beim Mann anatomisch ähnlich komplex wie beim weiblichen Körper. Sie besteht aus drei Muskelschichten, die Blase, Darm und Harnröhre stützen, die Erektion unterstützen und die Rumpfstabilität mitverantworten.

Ausdrücklich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) präventives Beckenbodentraining für Männer — nicht nur nach Operationen, sondern auch bei Beckenbodeninsuffizienz, erektiler Dysfunktion und chronischen Rückenschmerzen. Die Barmer bezeichnet dieses gezielte Training als „eine der effektivsten und nebenwirkungsfreiesten Maßnahmen bei Belastungsinkontinenz des Mannes".

Schritt 1: Den Beckenboden finden — so geht's

Wer mit dem Training beginnen möchte, muss zunächst wissen, wo genau diese Muskelgruppe liegt. Das klingt trivial, ist es aber nicht: Der Beckenboden ist ein unsichtbarer Muskelkomplex — weder anfassbar noch direkt im Spiegel zu beobachten.

Zwei bewährte Methoden zur Lokalisierung

Methode 1 — Harnstrahl unterbrechen: Versuchen Sie beim nächsten Toilettengang, den Urinfluss kurzzeitig zu stoppen. Die Muskeln, die Sie dabei anspannen, sind Teile Ihres Beckenbodens. Wichtig: Nutzen Sie diese Methode nur zur Orientierung, nicht als regelmäßige Übung — das kann die Blasenfunktion langfristig beeinträchtigen.

Methode 2 — Hodenanhebung: Legen Sie sich entspannt auf den Rücken. Versuchen Sie, die Hoden leicht anzuheben, ohne Gesäß, Bauch oder Oberschenkel anzuspannen. Spüren Sie die Kontraktion tief im Dammbereich? Dann haben Sie Ihren Beckenboden gefunden.

Wenn Sie sich unsicher sind, lohnt sich eine Sitzung bei einem auf männliche Beckenbodenphysiotherapie spezialisierten Therapeuten. Bei entsprechender ärztlicher Verordnung übernehmen GKV-Kassen wie AOK oder Barmer die Kosten.

Schritt 2: Die Basis-Kontraktion richtig ausführen

Sobald Sie wissen, wo Ihr Beckenboden sitzt, kommt es darauf an, die Kontraktion sauber auszuführen. Das ist die Grundlage aller weiterführenden Übungen — oft als Kegel-Übungen bezeichnet.

Ausführung der Grundkontraktion

Legen Sie sich auf den Rücken, Knie leicht angewinkelt, Arme neben dem Körper. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Spannen Sie nun den Beckenboden an — wie beschrieben, als ob Sie den Harnstrahl anhalten wollten. Halten Sie die Spannung für fünf Sekunden. Lassen Sie dann vollständig los und entspannen Sie den Muskel für ebenfalls fünf Sekunden. Die Entspannung ist genauso wichtig wie die Anspannung.

Häufige Fehler:

  • Luft anhalten statt weiteratmen
  • Gleichzeitiges Anspannen von Bauch, Gesäß oder Oberschenkeln
  • Zu starke Anspannung ohne ausreichende Entspannungsphasen

Schritt 3: Schnelle vs. langsame Kontraktionen

Wissenschaftlich ist belegt, dass der Beckenboden aus zwei Muskelfasertypen besteht, die unterschiedlich trainiert werden müssen — sogenannte langsame (Typ I) und schnelle Fasern (Typ II). Wirksame Übungen adressieren beide Typen.

Langsame Kontraktionen (Ausdauertraining)

Spannen Sie den Beckenboden an und halten Sie die Kontraktion 8–10 Sekunden lang. Entspannen Sie danach vollständig. Wiederholen Sie das Ganze 10-mal. Diese Übung stärkt die Haltemuskulatur — wichtig für langfristige Kontinenz im Alltag.

Schnelle Kontraktionen (Reflextraining)

Spannen Sie den Beckenboden kräftig an und lassen Sie sofort wieder los — innerhalb von einer Sekunde. Wiederholen Sie das 15–20-mal hintereinander. Damit trainieren Sie die schnellen Reaktionsfasern, die beim Niesen, Husten oder plötzlichem Lachen automatisch anspringen sollten, um Harnverlust zu verhindern.

Schritt 4: Übungen im Sitzen, Stehen und Liegen

Ein ausgereiftes Trainingsprogramm umfasst alle drei Körperpositionen — schließlich befinden Sie sich im Alltag ständig in Bewegung, nicht nur im Liegen.

Im Liegen: Die Brücke

Rückenlage, Knie angewinkelt, Füße hüftbreit. Spannen Sie den Beckenboden an, heben Sie dann langsam das Gesäß an, bis Körper, Hüfte und Knie eine Linie bilden. Halten Sie fünf Sekunden, senken Sie ab — ohne den Beckenboden zu lösen. Zehn Wiederholungen.

Im Sitzen: Diskrete Alltagsübung

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, Füße flach auf dem Boden. Spannen Sie den Beckenboden an, halten Sie fünf Sekunden, entspannen Sie. Diese Übung lässt sich im Büro, im Auto oder beim Lesen ausführen — ohne dass es jemand bemerkt.

Im Stehen: Funktionelles Training

Stellen Sie sich schulterbreit hin. Spannen Sie beim Ausatmen den Beckenboden an, heben Sie gleichzeitig leicht die Fersen vom Boden. Halten Sie drei Sekunden, senken Sie ab. Zehn Wiederholungen. Auf diese Weise verbessern Sie die Koordination zwischen Beckenboden und Gangstabilität.

Schritt 5: Integration in den Alltag — Trainingsplan für 6 Wochen

Kontinuität schlägt Intensität. Das zeigen mehrere Studien, die die DKG in ihren Leitlinien zusammenfasst: Wer acht Wochen täglich trainiert, erzielt signifikant bessere Kontinenzraten als jemand, der nur gelegentlich übt.

Wochen 1–2: Orientierung

  • Täglich: 3 × 10 langsame Kontraktionen (5 Sek. halten, 5 Sek. entspannen)
  • Täglich: 2 × 15 schnelle Kontraktionen
  • Position: ausschließlich liegend

Wochen 3–4: Aufbau

  • Täglich: 4 × 10 langsame Kontraktionen (8 Sek. halten)
  • Täglich: 3 × 20 schnelle Kontraktionen
  • Positionen: liegend + sitzend

Wochen 5–6: Integration

  • Täglich: 5 × 10 langsame Kontraktionen (10 Sek. halten)
  • Täglich: 3 × 20 schnelle Kontraktionen
  • Positionen: alle drei — liegend, sitzend, stehend
  • Zusatz: Beckenboden bei alltäglichen Belastungen (Treppensteigen, Husten) bewusst aktivieren

Tipp: Verknüpfen Sie das Training mit einem festen Tagesritual — zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Einschlafen. Handywecker als Erinnerung sind erlaubt.

Besonders wichtig nach einer Prostata-Operation

Kaum ein Anwendungsfeld ist medizinisch so relevant wie die Beckenbodenrehabilitation nach einer Prostataoperation. Die Prostata liegt anatomisch direkt unterhalb der Blase und trägt zur Harnkontinenz bei. Wird sie operativ entfernt (radikale Prostatektomie), verlieren viele Männer vorübergehend — manchmal dauerhaft — die volle Blasenkontrolle.

Laut DGU leiden bis zu 70 Prozent der operierten Männer in den ersten Wochen nach dem Eingriff an Inkontinenz. Durch gezieltes präoperatives Training — mindestens vier Wochen vor dem Eingriff — und unmittelbar einsetzende Übungen nach der OP lässt sich die Dauer der Inkontinenz signifikant verkürzen.

Was nach der OP zu beachten ist

Beginnen Sie erst auf ärztliche Freigabe hin mit dem Training — meist innerhalb der ersten Woche nach Katheterentfernung. Starten Sie ausschließlich liegend, ohne Belastung, und vermeiden Sie Pressübungen wie Sit-ups oder schweres Heben. Eine frühzeitige Überweisung zu einer auf männliche Beckenbodentherapie spezialisierten Physiotherapiepraxis lohnt sich: Bei ärztlicher Verordnung erstatten gesetzliche Krankenkassen (GKV) die Kosten.

In dieser Phase kann zuverlässige, saugende Schutzwäsche die Lebensqualität erheblich verbessern. Die 3er-Pack Ultra-absorbierende grauen Boxershorts von Orykas sind speziell für Männer konzipiert: aus zertifizierter Bambusfaser (OEKO-TEX Standard 100), mit 7-Lagen-Technologie für maximale Sicherheit und waschbar bei 60°C — hygienisch, hautfreundlich und wiederverwendbar statt Einmalprodukt. Das schont nicht nur die Haut, sondern auch die Umwelt und den Geldbeutel.

Infografik: Beckenboden-Training für Männer: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung – Orykas

FAQ — Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis Beckenbodentraining wirkt?

Erste Verbesserungen bemerken die meisten Männer nach vier bis acht Wochen regelmäßigen Trainings. Studien der DKG zeigen, dass bei konsequenter Übung über drei Monate in vielen Fällen eine deutliche Reduktion der Inkontinenzsymptome eintritt. Geduld und Regelmäßigkeit sind entscheidender als die Intensität einzelner Einheiten.

Kann ich den Beckenboden falsch trainieren und mir schaden?

Ja, das ist möglich — allerdings selten. Wer dauerhaft zu stark anspannt, ohne ausreichende Entspannungsphasen einzuplanen, riskiert eine Verspannung der Muskulatur. Diese äußert sich dann in Becken- oder Rückenschmerzen. Ein Physiotherapeut mit Spezialisierung auf den männlichen Beckenboden kann Ihre Ausführung überprüfen und ggf. korrigieren.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Beckenbodentherapie?

Ja. Bei ärztlicher Verordnung übernehmen GKV-Kassen wie AOK und Barmer die Kosten für physiotherapeutische Beckenbodentherapie. In der Regel sind 10–20 Einheiten verordnungsfähig, mit einer gesetzlichen Zuzahlung von zehn Prozent (minimal 5, maximal 10 Euro pro Einheit). Sprechen Sie Ihren Urologen oder Hausarzt auf eine Verordnung an.

Welche Schutzunterwäsche eignet sich für Männer mit leichter Inkontinenz?

Für Männer mit leichter bis mittelschwerer Belastungsinkontinenz empfehlen sich waschbare Inkontinenzboxershorts aus hautfreundlichem Material. Die 3er-Pack Ultra-absorbierende grauen Boxershorts von Orykas bieten durch Bambusfaser-Stoff (OEKO-TEX-zertifiziert), 7-Lagen-Technologie und Waschbarkeit bei 60°C eine hygienische, diskrete und ökologisch sinnvolle Alternative zu Einwegprodukten.

Hilft Beckenbodentraining auch gegen erektile Dysfunktion?

Ja — das ist wissenschaftlich belegt. Eine im britischen Fachjournal BJU International veröffentlichte Studie zeigte, dass 40 Prozent der Männer mit erektiler Dysfunktion nach dreimonatigem Training eine vollständige Wiederherstellung der Erektionsfähigkeit erreichten; weitere 35 Prozent berichteten von deutlicher Verbesserung. Die DGU empfiehlt Beckenbodentraining als ergänzende Maßnahme bei leichter bis mittelschwerer erektiler Dysfunktion.

Fazit: Der Beckenboden ist kein Frauenthema

Wer denkt, Beckenbodentraining sei eine Nischenanwendung für Frauen, liegt medizinisch falsch. Von der DKG, DGU und Physiotherapieverbänden gleichermaßen empfohlen, entfaltet es seine Wirkung in einem breiten Spektrum: von der Inkontinenzprävention und -therapie über die Rehabilitation nach Prostataoperationen bis hin zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit und Rumpfstabilität. Die gute Nachricht: Die Übungen kosten nichts, lassen sich überall ausführen und zeigen bei konsequenter Praxis bereits nach wenigen Wochen messbare Ergebnisse. Wer in dieser Zeit auf zuverlässige, hautfreundliche Unterstützung nicht verzichten möchte, findet in Bambusfaser-basierter, OEKO-TEX-zertifizierter Inkontinenzwäsche eine würdevolle und nachhaltige Alltagslösung — damit der Weg zurück zur vollen Kontrolle so komfortabel wie möglich ist.