Blasensenkung bei Frauen: Symptome und Therapie
Renate, 58 Jahre, Lehrerin aus Freiburg im Breisgau, bemerkte es zunächst beim Treppensteigen: ein unangenehmes Druckgefühl im Unterleib, das Gefühl, als würde „etwas herausfallen". Beim Husten verlor sie unkontrolliert Urin – was sie zunächst verschwieg, auch vor ihrem Frauenarzt. Dabei ist sie mit diesem Problem alles andere als allein. Laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft (DKG) leiden in Deutschland zwischen 6 und 8 Millionen Frauen an Inkontinenz oder einer Beckenorgansenkung; rund jede dritte Frau ist im Laufe ihres Lebens von einer Form der Senkung betroffen. Die Zystozele – so der medizinische Fachbegriff für die Blasensenkung – gehört dabei zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen überhaupt.
Was hinter einer Blasensenkung steckt, wie sie sich äußert und welche Behandlungswege es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel – verständlich erklärt, damit Sie gut informiert das Gespräch mit Ihrer Gynäkologin suchen können.
Was ist eine Blasensenkung (Zystozele)?
Wenn Medizinerinnen von einer Blasensenkung sprechen – auch Senkung Blase, Prolaps Blase oder Vaginalsenkung genannt –, meinen sie eine Situation, in der die Blase aus ihrer normalen anatomischen Position absinkt und in die Vorderwand der Scheide drückt oder dort hervortritt. Ursache ist eine Schwächung oder Überdehnung des Beckenbodens, der Faszien und der Bänder, die die Blase in Position halten.
Schweregrade der Zystozele
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) unterscheidet drei Hauptgrade:
- Grad I: Die Blase senkt sich in die Scheide, ohne den Scheideneingang zu erreichen.
- Grad II: Die Senkung reicht bis zum Scheideneingang.
- Grad III: Die Blase tritt durch den Scheideneingang nach außen (kompletter Prolaps).
Häufig tritt eine Zystozele nicht isoliert auf, sondern in Kombination mit einer Senkung der Gebärmutter, des Enddarms oder der Scheide selbst.
Typische Symptome einer Blasensenkung erkennen
Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt vom Ausmaß der Senkung ab. Viele Betroffene tolerieren die Symptome jahrelang, bevor sie ärztliche Hilfe suchen – ein Verhalten, das sich leider negativ auf den Verlauf auswirken kann.
Körperliche Warnzeichen
- Druckgefühl oder Schweregefühl im Unterleib oder in der Scheide, besonders nach langem Stehen
- Belastungsinkontinenz: unwillkürlicher Harnverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport
- Drangsymptomatik: plötzlich starker Harndrang mit erschwerter Kontrolle
- Unvollständige Blasenentleerung: das Gefühl, nie vollständig uriniert zu haben
- Sichtbares oder tastbares Hervortreten von Gewebe am Scheideneingang
- Schmerzen oder Unbehagen beim Geschlechtsverkehr
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen durch Blasenrestharn
Das Robert Koch-Institut (RKI) weist in seiner „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" (DEGS1) darauf hin, dass Harninkontinenz bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren besonders häufig vorkommt und stark mit dem psychosozialen Wohlbefinden zusammenhängt – was die Notwendigkeit frühzeitiger Behandlung unterstreicht.
Risikofaktoren: Wer ist besonders betroffen?
Selten geht eine Blasensenkung auf einen einzigen Auslöser zurück. Meist ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das das Bindegewebe und den Beckenboden über Jahre hinweg belastet.
Hormonelle und anatomische Faktoren
- Schwangerschaften und vaginale Geburten: Besonders mehrfache oder schwere Geburten belasten den Beckenboden erheblich.
- Menopause: Der Östrogenabfall nach den Wechseljahren schwächt Bindegewebe und Schleimhäute.
- Genetische Bindegewebsschwäche: Frauen mit angeborener Kollagenschwäche haben ein erhöhtes Risiko.
Lebensstil und Begleiterkrankungen
- Chronische Verstopfung und starkes Pressen
- Übergewicht (erhöhter intraabdominaler Druck)
- Schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport
- Chronischer Husten (z. B. durch Rauchen oder COPD)
- Vorausgegangene Beckenbodenoperationen
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betont, dass präventive Beckenbodenübungen – idealerweise schon vor und während einer Schwangerschaft – das Risiko einer späteren Senkung deutlich senken können.
Diagnostik beim Frauenarzt
Scheuen Sie sich nicht, Ihre Beschwerden offen anzusprechen. Die Diagnose einer Blasensenkung ist in der Regel unkompliziert und nicht schmerzhaft.
Untersuchungsschritte
- Anamnese: ausführliches Gespräch über Symptome, Geburten, Voroperationen
- Gynäkologische Untersuchung: Beurteilung der Senkung in Ruhe und unter Belastung (Husten, Pressen)
- Urodynamische Untersuchung: Messung von Blasenfunktion und Druckverhältnissen
- Sonographie: Ultraschall zur Darstellung von Blase, Harnröhre und Beckenboden
- Restharnmessung: Kontrolle der vollständigen Blasenentleerung
- Blasentagebuch: Protokoll über Trinkmengen, Miktionshäufigkeit und Verlustereignisse
Bei unklaren Befunden empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) zusätzlich eine Zystoskopie (Blasenspiegelung) sowie bildgebende Verfahren wie ein MRT des Beckenbodens.
Konservative Therapien: Ohne Operation behandeln
Nicht jede Blasensenkung muss operiert werden. Bei leichten bis mittelschweren Befunden sind konservative Maßnahmen oft sehr wirksam – vorausgesetzt, sie werden konsequent durchgeführt.
Beckenbodentraining
Gezieltes Beckenbodentraining unter physiotherapeutischer Anleitung gilt als Erstlinientherapie. Wer ein strukturiertes Programm über 3–6 Monate durchhält, kann die Symptome nachweislich deutlich verbessern. Ergänzend lässt sich Biofeedback einsetzen, um die Anspannung des Beckenbodens sichtbar zu machen und das Training gezielter zu gestalten.
Lokale Östrogentherapie
In der Postmenopause verordnen Gynäkologinnen häufig lokale Östrogenpräparate (Vaginalcreme, Zäpfchen oder Ring), um die Schleimhäute zu stärken und die Elastizität des Gewebes zu verbessern. Die DGGG-Leitlinien bestätigen deren Wirksamkeit bei gleichzeitig sehr geringen systemischen Risiken.
Pessar bei Blasensenkung
Ein Pessar ist ein individuell angepasstes Silikonelement, das in die Scheide eingesetzt wird und die Blase mechanisch stützt. Es eignet sich besonders für Frauen, die einer Operation nicht zugestimmt haben oder operativ nicht belastbar sind. Das passende Pessar Blase-Modell – ob Ring-, Schalen- oder Würfelpessar – wird vom Gynäkologen angepasst und kann bei korrektem Gebrauch über Jahre hinweg getragen werden.
Gewichtsreduktion und Lebensstiländerung
Bereits eine Gewichtsabnahme von 5–10 % des Körpergewichts kann den Druck auf den Beckenboden messbar senken und die Symptome lindern – das empfehlen sowohl AOK- als auch Barmer-Gesundheitsprogramme im Rahmen ihrer Beckenbodenprävention.
Operative Möglichkeiten: Blasensenkung OP
Bei ausgeprägten Befunden oder wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Verbesserung bringen, ist eine Blasensenkung OP indiziert. Nach Angaben der DGU und DGGG stehen hierfür verschiedene Verfahren zur Verfügung:
Kolporrhaphie (vordere Scheidenplastik)
Bei der vorderen Kolporrhaphie wird die Scheidenvorderwand gerafft und gestärkt. Es handelt sich um einen bewährten, relativ schonenden Eingriff mit kurzer Krankenhausverweildauer.
Sakrospinale Fixation und laparoskopische Sacrocolpopexie
Bei komplexeren Senkungszuständen werden die abgesunkenen Strukturen an festen Bandstrukturen des Beckens befestigt – entweder vaginal oder laparoskopisch (minimalinvasiv). Die laparoskopische Sacrocolpopexie gilt als Goldstandard bei schwerwiegenden Prolapsen und weist niedrige Rezidivraten auf.
Netzimplantate
Kunststoffnetze zur Verstärkung des Beckenbodens werden heute deutlich zurückhaltender eingesetzt als früher, da bestimmte Komplikationen bekannt wurden. Die aktualisierten DGGG-Leitlinien empfehlen Netze nur in ausgewählten Situationen mit klarer Nutzen-Risiko-Abwägung.
Wichtig: Sprechen Sie vor jeder Operation ausführlich mit Ihrem Gynäkologen über Chancen, Risiken und Alternativen. Holen Sie bei Bedarf eine Zweitmeinung ein.
Diskrete Schutzwäsche im Alltag: Sicher und würdevoll
Ob in einer konservativen Therapiephase oder während der Wartezeit auf einen Eingriff – ungewollter Harnverlust kann den Aktionsradius spürbar einschränken. Moderne Inkontinenzunterwäsche hilft Betroffenen, sicher und ohne Angst vor peinlichen Missgeschicken aktiv zu bleiben.
Das 3er-Set Slips seitliche Spitze von Orykas ist speziell für Frauen entwickelt, die diskrete, zuverlässige und alltagstaugliche Schutzwäsche suchen. Gefertigt aus Bambusfaser, die von Natur aus antibakteriell und besonders hautfreundlich ist, bietet sie einen entscheidenden Vorteil gerade im sensiblen Intimbereich.
Was zeichnet die Orykas-Schutzwäsche aus?
- 7-Lagen-Technologie: Mehrfachlagen aus saugstarkem Bambus- und Mikrofasermaterial nehmen Feuchtigkeit schnell auf und leiten sie nach innen ab – die Haut bleibt trocken.
- OEKO-TEX Standard 100: Alle Materialien sind frei von Schadstoffen und geprüft für den direkten Hautkontakt – wichtig für empfindliche Haut.
- Waschbar bei 60 °C: Hygienische Reinigung in der Waschmaschine – kein Wegwerfprodukt, sondern nachhaltig und langfristig wirtschaftlich.
- Diskretes Design: Normale Wäscheoptik mit seitlicher Spitze – von außen unter der Kleidung nicht erkennbar.
Die Krankenkassen (GKV) übernehmen in der Regel keine Kosten für textile Inkontinenzunterwäsche; diese gilt als Alltagshilfe. Wer jedoch langfristig rechnet, stellt fest: Im Vergleich zu Einwegprodukten sind wiederverwendbare Slips deutlich günstiger und umweltfreundlicher. Das 3er-Set Slips seitliche Spitze bietet einen optimalen Einstieg in die Welt der waschbaren Schutzwäsche.
Fazit: Blasensenkung ist behandelbar – handeln Sie frühzeitig
Eine Zystozele ist keine unabwendbare Folge des Älterwerdens, die still erduldet werden muss. Ob Beckenbodentraining, Pessar, lokale Östrogene oder eine operative Korrektur – die Therapiemöglichkeiten sind heute vielfältig und effektiv. Entscheidend ist, das Thema nicht zu tabuisieren, sondern offen mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen zu besprechen. Parallel dazu kann hochwertige Schutzwäsche wie die Bambusfaser-Slips von Orykas helfen, im Alltag die Kontrolle zu behalten und selbstbewusst aktiv zu sein – während die Therapie ihre Wirkung entfaltet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann sich eine Blasensenkung von selbst zurückbilden?
Eine einmal entstandene Zystozele bildet sich ohne Behandlung in der Regel nicht von allein zurück. Allerdings können konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining und lokale Östrogentherapie die Symptome deutlich verbessern und ein Fortschreiten der Senkung aufhalten. Frühzeitiges Handeln ist daher wichtig.
Ab welchem Alter kann eine Blasensenkung auftreten?
Eine Blasensenkung kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten – auch bei jungen Frauen nach schweren Geburten. Am häufigsten zeigt sich die Erkrankung jedoch zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, wenn der hormonelle Schutz durch Östrogen nachlässt und das Bindegewebe an Festigkeit verliert.
Ist eine Blasensenkung gefährlich?
Eine Blasensenkung ist in der Regel nicht lebensbedrohlich, kann aber erheblich die Lebensqualität beeinträchtigen. Schwerwiegende Komplikationen wie Harnstau oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen können bei unbehandelter, fortgeschrittener Zystozele auftreten und sollten medizinisch behandelt werden.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Blasensenkung OP?
Nach einer vorderen Scheidenplastik oder laparoskopischen Sacrocolpopexie dauert die stationäre Behandlung je nach Verfahren zwischen 2 und 5 Tagen. Die vollständige Erholung, einschließlich Sportverbot und Schonung bei körperlicher Belastung, erstreckt sich auf 4 bis 8 Wochen. Ihr behandelndes Team gibt Ihnen individuelle Empfehlungen.
Welche Schutzwäsche eignet sich am besten bei Blasensenkung?
Bei einer Blasensenkung, die mit Belastungsinkontinenz verbunden ist, empfiehlt sich atmungsaktive, saugstarke Inkontinenzunterwäsche aus Bambusfaser. Produkte wie das 3er-Set Slips seitliche Spitze von Orykas verbinden Schutz mit Tragekomfort: OEKO-TEX-zertifiziert, hautfreundlich, diskret und bei 60 °C waschbar – ideal für den täglichen Gebrauch.


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